NEU auf der infa: BlattWerk macht Produkte aus alten Rotorblättern
Das Unternehmen präsentiert vom 10. bis 18. Oktober in Halle 21 Möbel und weitere Produkte, die aus ausgedienten Rotorblättern von Windenergieanlagen entstehen.
7. Sept. 2026Teilen
Ein Rotorblatt ist dafür gebaut, jahrzehntelang den Kräften von Wind und Wetter standzuhalten. Was nach dem Rückbau einer Windenergieanlage zum Entsorgungsproblem werden kann, hat für das junge Unternehmen BlattWerk deshalb einen besonderen Wert: Es ist ein außergewöhnlich langlebiger Werkstoff. BlattWerk zeigt vom 10. bis 18. Oktober auf der infa, was aus ausgedienten Rotorblättern entstehen kann.
Aus dem Rotorblatt wird ein zweites Leben
Die Idee entstand aus einem Angebot, rund 13 Tonnen Rotorblattreste zu übernehmen. Aus der ungewöhnlichen Materialfrage entwickelte sich ein neues Geschäftsfeld: Wie lässt sich aus einem ausgedienten Rotorblatt etwas Neues schaffen? Dabei orientiert sich BlattWerk bei der Produktentwicklung an der Form, die das Rotorblatt mitbringt. Seine charakteristischen Rundungen und Schwünge werden zum Ausgangspunkt für neue Produkte.
Aus dem breiten S-Schwung eines Rotorblatts entsteht beispielsweise eine Gartenliege. Das Gegenstück kann als Überdachung oder Fahrradunterstand eingesetzt werden. Schmalere Segmente werden zu Hochbeeten oder Leuchten, während die Spitze eines Rotorblatts zum markanten Fuß eines Tisches werden kann. Auch kleinere Reststücke finden Verwendung – etwa als Flaschenöffner.
„Nicht das Material soll sich dem Produkt unterordnen – das Produkt soll aus den Eigenschaften und der vorhandenen Form des Materials entstehen“, lautet der Grundgedanke hinter der Entwicklung. Dadurch bleibt die Herkunft des Materials sichtbar. Die Produkte tragen nicht nur die charakteristische Form des Rotorblatts, sondern auch Spuren seiner ersten Nutzung. Aus einem technischen Bauteil der Windenergie wird so ein individuelles Möbel- oder Designobjekt.
Ein schwieriger Werkstoff mit besonderen Eigenschaften
Rotorblätter bestehen überwiegend aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK), häufig ergänzt durch einen leichten Kern aus Balsa. Der Materialverbund macht sie für klassische Recyclingverfahren anspruchsvoll. Gleichzeitig bringt er Eigenschaften mit, die für die Weiterverwendung interessant sind.
Das Material wurde für eine jahrzehntelange Lebensdauer unter extremen Bedingungen entwickelt. Bei entsprechender Verarbeitung und Pflege können Produkte daraus über viele weitere Jahrzehnte genutzt werden. BlattWerk versucht deshalb, möglichst viel des vorhandenen Materials weiterzuverwenden und den Verschnitt gering zu halten. Bislang konnten auf diese Weise rund 13 Tonnen Rotorblattmaterial einer neuen Nutzung zugeführt werden.
Handwerk trifft Windindustrie
Die Verarbeitung ist allerdings mit erheblichem Aufwand verbunden. Die Bauteile sind groß, schwer und aus widerstandsfähigen Verbundwerkstoffen gefertigt. Zerlegung, Transport, Zuschnitt und Bearbeitung erfordern technische und handwerkliche Erfahrung.
Der Wert entsteht deshalb nicht allein durch das Recyclingmaterial. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Material, Gestaltung, handwerklicher Verarbeitung und der Geschichte des jeweiligen Rotorblatts. Viele Produkte entstehen als Einzelstücke oder in kleinen Stückzahlen – und machen damit auch die individuelle Form jedes Rotorblattsegments zum Teil des Designs.
BlattWerk versteht das eigene Upcycling-Konzept dabei nicht als alleinige Lösung für die großen Mengen an Rotorblättern, die in den kommenden Jahren das Ende ihrer ersten Nutzung erreichen werden. Industrielles Recycling, andere Formen der Materialverwertung und hochwertiges Upcycling können unterschiedliche Bereiche abdecken. Der Ansatz setzt dabei an einem einfachen Gedanken an: Ein Rotorblatt ist nach seinem Einsatz in einer Windenergieanlage nicht automatisch wertlos. Es ist ein Material, das bereits bewiesen hat, was es kann.
Aus einem Bauteil, das jahrzehntelang Energie aus Wind gewonnen hat, entsteht so etwas Neues – und damit ein zweites Leben für ein Material, das eigentlich für die Ewigkeit gemacht wurde.
Neugierig geworden? Dann kommt zur infa und entdeckt am Stand von BlattWerk in Halle 21 selbst, was aus ausgedienten Rotorblättern entstehen kann!
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